Chronik Abt. 7

Schon im 16 Jahrhundert wurde in den Riedorten bei Bränden die Bürgerglocke geläutet. Aus der Chronik des städtischen Archives ist zu entnehmen, dass bereits 1679 in den 3 Riedorten sich jeweils 2 Feuerhaken befinden, ein Feuerwehrfuhrmann bereitgestellt, wie auch entsprechende, reitende Feuerboten eingeteilt seien.

Im Protokoll der Ottersdorfer Ortsbereisung durch das Oberamt Rastatt vom Jahr 1852 wird eine Feuerspritzenremise beim Rathaus erwähnt. Gaben, nach einem Inspektionsbericht des Stadtdirektors Rudolf Graf von Hennin im Jahre 1855 und auch gemäß dem Bericht von Oberamtmann Ludwig Schaible im Jahre 1857, die Feuerwehrgeräte, Feuer- und Handspritze wie auch die hierfür eingeteilte Bürgerschaft keinen Anlass zu Beanstandungen, so kam man, zehn Jahre später, zu einer wesentlich negativeren Beurteilung. Weil die uralte Feuerspritze, wie es sich bei einem Brand in Iffezheim erwiesen habe, nur noch geringe Leistungsfähigkeit hatte, beschlossen die Gemeindebehörden die Anschaffung einer neuen Fahrspritze, die dann im Jahre 1868 für 1400 Gulden von der Freiburger Firma Link geliefert wurde.

Zusammen mit anderen Löschgeräten brachte man sie in der Scheune des „Alten Rathauses“ der heutigen Volksbank unter.

Dieses wertvolle Gerät ist heute noch funktionsfähig und wurde zum 50- jährigen Jubiläum der Feuerwehr Ottersdorf von Manfred Gerlach und Gerd Fritz fachgerecht und liebevoll restauriert.

Seit dem Jahr 1894 gab es Bestrebungen, in Ottersdorf eine „Freiwillige Feuerwehr“ aufzustellen; zu einer befriedigenden Lösung kam es aber nicht.

Am 30. Juli 1937 fand dann im Gasthaus „Zum Lamm“ die Gründungsversammlung der „Freiwilligen Feuerwehr Ottersdorf“ statt. 28 Männer traten sofort bei.

Knapp 2 Jahre später wurden die ersten Feuerwehrkameraden zum Kriegsdienst einberufen, darunter auch ihr erster Wehrführer Franz Burster. Sein Nachfolger wurde Willi Burster, der im Jahre 1940 ebenfalls seine Feuerwehruniform mit dem feldgrauen Soldatenrock tauschen musste und ebenso, wie viele seiner Kameraden, auf dem Schlachtfeld des 2. Weltkrieges geblieben war. Die Wehrführung übernahm 1940 der bisherige Schriftführer und Löschmeister Franz Frisch.

Da während des Krieges viele Feuerwehrmänner als Soldaten dienen mussten, stellte man eine Ersatzmannschaft mit älteren Männern auf. Sie zählte im Jahr 1943 43 Mann. Auch eine weibliche Feuerwehr mit 41 Frauen und Mädchen bestand zu dieser Zeit.

Franz Frisch führte die Wehr durch die harten Kriegsjahre und die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre. Nach einer 16- jährigen Amtsdauer konnte er dann im Jahre 1965 eine schlagkräftige, stark verjüngte Wehr an seinen Nachfolger Hermann Lott übergeben, der sie bis 1974 führte. Nun übernahm Ludwig Groß das Amt des Abteilungskommandanten, das er nach 10- jähriger Tätigkeit wieder zur Verfügung stellte. In der Hauptversammlung im Februar 1984 wurde mit Edgar Kopp ein Vertreter der jungen Feuerwehrgeneration zum Abteilungskommandanten der Abteilung 7 im Stadtteil Ottersdorf gewählt. Nachfolger von Edgar Kopp wurde 1994 Peter Krupp, der sein Amt im Jahre 2004 an Thomas Stüber übergab. Bei der Abteilungsversammlung 2008 übernahm dann der heutige Abteilungskommandant Timo Reuter die Führung der Abteilung.

Am 25. Mai 1990 wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet. Aus dieser Gründung und aus den Folgejahren ist ein großer Teil der heutigen Einsatzabteilung hervorgegangen.

Seit 1991 besteht eine Altersabteilung.

Seit dem Jahre 2016 hat die Abteilung Ottersdorf auch eine Kindergruppe.

Bis 1964 war die Feuerwehr im Ökonomiegebäude des „Alten Rathauses“ untergebracht. Danach erfolgte der Umzug in ein Nebengebäude des heutigen Rathauses. 1972 wurde das Feuerwehrhaus vergrößert und modernisiert. Aus den Räumen der ehemaligen Milchsammelstelle wurde ein gemütlicher Mannschaftsraum geschaffen. 1983/84 wurde an gleicher Stelle mit einem Kostenaufwand von fast einer halben Million Mark das heutige Gerätehaus errichtet und am 18. Juli 1984 feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Die technische Ausrüstung der Wehr wurde fortlaufend verbessert. Während vor der Gründung der freiwilligen Feuerwehr das Wasser zum Löschen aus Ziehbrunnen, Pumpbrunnen und sogar aus Jauchegruben geholt wurde, diente nun ein Baggerloch im Wassum als Wasserentnahmestelle. Während des zweiten Weltkrieges wurden im Dorf Tiefbrunnen angelegt, von denen heute noch acht funktionsfähig sind. Seit 1977 stehen Hydranten zur Wasserentnahme zur Verfügung.

Im Jahre 1938 erhielt die Ottersdorfer Feuerwehr die erste Motorspitze. 1958 wurde dann eine Tragkraftspritze TS-8 angeschafft , die samt dem entsprechenden Zubehör in einem Anhänger untergebracht war.

1971 bekam die Wehr ein Löschfahrzeug LF 8, das nach den damaligen neusten Richtlinien ( z.B. Funkgeräte, Atemschutz, Schaumlöschmittel ) ausgerüstet war.

1988 kam zu den Beständen der Feuerwehr noch ein Mannschaftstransportfahrzeug hinzu, das im Dezember 2014 durch ein neueres Fahrzeug ersetzt wurde.

2001 wurde das bisherige LF 8 nach 30- jähriger Dienstzeit durch das heutige Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 ersetzt. Dies wurde bis zum heutigen Tage stetig erweitert und dem neusten Stand der Technik angepasst.

Seit der Fusion Ottersdorfs mit der Stadt Rastatt 1971, ist die Feuerwehr Ottersdorf die Abteilung 7 der Freiwilligen Feuerwehr Rastatt.